VII

Anhang VII

INHALT DER TECHNISCHEN DOKUMENTATION

Verordnung (EU) 2024/2847 — veröffentlicht 10. Dezember 2024 · Letzte Prüfung durch Kunnus: März 2026

Schnellantwort für Hersteller

Anhang VII definiert den Inhalt der Technischen Dokumentation: allgemeine Produktbeschreibung, Designaspekte, Risikobewertung, Testberichte, Schwachstellenbehandlungsprozess, SBOM, EU-Konformitätserklärung. Sie ist der Nachweis der CRA-Konformität.

Diese Schnellantwort + FAQ ergänzen den Original-Rechtstext mit praxisorientierter Auslegung. Rechtsverbindlich ist allein der Originaltext.

Die in Artikel 31 genannte technische Dokumentation muss mindestens die folgenden Informationen enthalten, soweit sie für das betreffende Produkt mit digitalen Elementen von Bedeutung sind:

1.

eine allgemeine Beschreibung des Produkts mit digitalen Elementen, einschließlich

a)

seiner Zweckbestimmung,

b)

Softwareversionen, die sich auf die Erfüllung der grundlegenden Cybersicherheitsanforderungen auswirken,

c)

wenn es sich bei dem Produkt mit digitalen Elementen um ein Hardwareprodukt handelt: Fotografien oder Abbildungen, aus denen äußere Merkmale, Kennzeichnungen und innerer Aufbau hervorgehen;

d)

Informationen und Anleitungen für die Nutzer gemäß Anhang II;

2.

eine Beschreibung der Konzeption, Entwicklung und Herstellung des Produkts mit digitalen Elementen und der Verfahren zur Behandlung von Schwachstellen, einschließlich

a)

erforderlicher Informationen über die Konzeption und Entwicklung des Produkts mit digitalen Elementen, gegebenenfalls mit Zeichnungen und Schemata und/oder einer Beschreibung der Systemarchitektur, aus der hervorgeht, wie Softwarekomponenten aufeinander aufbauen, miteinander zusammenwirken und sich in die Gesamtverarbeitung integrieren;

b)

erforderlicher Informationen und Spezifikationen bezüglich der vom Hersteller festgelegten Verfahren zur Behandlung von Schwachstellen, einschließlich der Software-Stückliste, des Konzepts für die koordinierte Offenlegung von Schwachstellen, des Nachweises der Bereitstellung einer Kontaktadresse für die Meldung der Schwachstellen und einer Beschreibung der gewählten technischen Lösungen für die sichere Verbreitung von Aktualisierungen;

c)

erforderlicher Informationen und Spezifikationen bezüglich der Herstellungs- und Überwachungsprozesse des Produkts mit digitalen Elementen und der Validierung dieser Prozesse;

3.

eine Bewertung der Cybersicherheitsrisiken, die bei der Konzeption, Entwicklung, Herstellung, Lieferung und Wartung des Produkts mit digitalen Elementen nach Artikel 13 berücksichtigt werden, einschließlich der Frage, inwieweit die grundlegenden Cybersicherheitsanforderungen gemäß Anhang I Teil I Anwendung finden;

4.

einschlägige Informationen, die bei der Festlegung des Unterstützungszeitraums gemäß Artikel 13 Absatz 8 des Produkts mit digitalen Elementen berücksichtigt wurden;

5.

eine Aufstellung der vollständig oder teilweise angewandten harmonisierten Normen, deren Fundstellen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden, der in Artikel 27 dieser Verordnung genannten gemeinsamen Spezifikationen oder der in Artikel 27 Absatz 8 dieser Verordnung genannten europäischen Schemata für die Cybersicherheitszertifizierung, angenommen gemäß der Verordnung (EU) 2019/881, und, falls keine solchen harmonisierten Normen, gemeinsamen Spezifikationen und europäischen Schemata für die Cybersicherheitszertifizierung angewandt werden, Beschreibungen der Lösungen, mit denen die grundlegenden Cybersicherheitsanforderungen in Anhang I Teile I und II erfüllt werden, mit einer Aufstellung sonstiger angewandter einschlägiger technischer Spezifikationen. Bei einer teilweisen Anwendung harmonisierter Normen, gemeinsamer Spezifikationen oder europäischer Schemata für die Cybersicherheitszertifizierung ist in der technischen Dokumentation anzugeben, welche Teile angewandt wurden;

6.

Berichte über die Tests und Prüfungen, die durchgeführt wurden, um die Konformität des Produkts mit digitalen Elementen und der Verfahren zur Behandlung von Schwachstellen mit den geltenden grundlegenden Cybersicherheitsanforderungen in Anhang I Teile I und II zu überprüfen;

7.

ein Exemplar der EU-Konformitätserklärung;

8.

gegebenenfalls auf begründetes Verlangen der Marktüberwachungsbehörde die Software-Stückliste, sofern dies erforderlich ist, damit diese Behörde die Einhaltung der grundlegenden Cybersicherheitsanforderungen in Anhang I überprüfen kann.

Häufige Hersteller-Fragen

Was muss die Technische Dokumentation enthalten?

Produktbeschreibung mit Zweck und bestimmungsgemäßem Gebrauch, Designdokumentation, Risikobewertung, Testberichte, Schwachstellenbehandlungsprozess inkl. SBOM, Liste der angewandten harmonisierten Normen, EU-Konformitätserklärung, Berichte etwaiger notifizierter Stellen.

Muss die SBOM in der Technischen Dokumentation sein?

Ja. Anhang VII verweist auf Anhang I Teil II, der die SBOM-Pflicht definiert. Die SBOM ist damit Bestandteil der Technischen Dokumentation und muss bei Marktüberwachungs-Audits vorgelegt werden.

In welcher Form muss die Dokumentation aufbewahrt werden?

Strukturiert, vollständig, lesbar, archiviert. Format ist nicht vorgeschrieben — Papier oder elektronisch sind beide möglich, solange Authentizität und Integrität gewahrt sind. Versionierung empfohlen.

Wer hat Zugriff auf die Technische Dokumentation?

Primär die Marktüberwachungsbehörden und ggf. die notifizierte Stelle. Sie ist keine öffentliche Publikation — aber B2B-Kunden können Auszüge im Rahmen der Beschaffung verlangen.

Dieser Text wurde aus der Verordnung (EU) 2024/2847 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2024 übernommen. Die Darstellung dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Maßgeblich ist allein der im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichte Wortlaut. Originaltext auf EUR-Lex